Wettbewerbsbeitrag Theater Luzern
2022
Stadt Luzern
Luzern
Theater, grosser Saal (600 Pers.), mittlerer Saal (350 Pers.), kleiner Saal (200 Pers.), Foyer, Restaurant, Publikumsräume, Vorbereitungsräume, Dachterrasse, Lager
6’084 qm
Hosoya Schaefer Architects AG
Bauingenieur: Schnetzer Puskas Ingenieure
Landschaft: Robin Winogrond
Theaterplanung: Theatre Projects
Brandschutz: Rapp Infra
Verkehrsplanung: Rapp Infra
Liftplanung: Rapp Industrieplaner
Flooer
Das neue Theatergebäude fügt sich als Passstück in den Stadtkontext ein und ergänzt die Ufersilhouette mit einer leichten, ruhigen, halbtransparenten Fassade. Es bespielt die Bahnhofstrasse mit Adressen und Funktionen und integriert den Theaterplatz als Foyer in das Gebäude. Das Stadt|theater am Theaterquai wird zum städtischen und kulturellen Brennpunkt an der Reuss. Der Theaterbau ist maximal flexibel und bietet unterschiedlichste inszenatorische Möglichkeiten, während er den öffentlichen Raum auf vielfältige Weise bereichert.
Das linke Reussufer hat eine bewegte Vergangenheit mit der Jesuitenkirche und der Kapellerbrücke als prägenden Elementen. Das neue Theaterprojekt reagiert auf subtile Weise auf die räumlich und historisch komplexe Situation. Es fügt sich als Passstück in den Blockrand der Gründerzeit ein und komplettiert die historische Flussfassade. Die Bahnhofstrasse wird wieder zur Hauptadresse und Vorzone, während der Blick auf die Jesuitenkirche erhalten bleibt. Das Gebäude ist präzise gesetzt und sensibel im Umgang mit Nachbarschaften, Beziehungen und Blicken.
Die Architektur des neuen Theatergebäudes ist zurückhaltend, einfach und archaisch. Das transparente Volumen wird vielfältig genutzt und öffnet sich zur Stadt. Die Bahnhofstrasse wird zum Kunstboulevard mit Café, Restaurant, Ticketeria, Shop und Foyers. Das Hauptfoyer bietet einen einzigartigen Blick auf die Reuss und die Kirchen-Seitenfassade. Das Gebäude kommuniziert allseitig mit der Nachbarschaft und hat keine reinen Rückseiten.
Die Nutzung des Theaters ist flexibel und funktional zweckmässig gestaltet. Die Säle sind um den Bühnenturm angeordnet und bieten maximale Flexibilität. Der grosse Saal für 600 Zuschauer ist stützenfrei und verfügt über optimale Sichtbeziehungen. Zwei weitere umlaufende Ränge ergänzen den Saal. Der mittlere Saal für 300-350 Personen ermöglicht eine Bespielung mit maximaler Tiefe und kann auch unabhängig vom grossen Saal genutzt werden. Das Studio ist eine flexible Blackbox auf dem Stadtboden. Die Säle ergeben zusammen eine skulpturale Figur, die von einer vorhangartigen Fassade umhüllt wird.
Die Logistik und Erschliessung des Theaters sind durchdacht. Die Anlieferung erfolgt über die Theaterstrasse, und es stehen ausreichend Rampen zur Verfügung. Öffentliche und Backstage-Bereiche sind klar getrennt. Das Foyer ist für alle Besucher zugänglich, und kurze Wege ermöglichen einen einfachen Zugang zu den Sälen. Das Tragwerk des Gebäudes ist integraler Bestandteil des architektonischen Entwurfs. Die Fassade ist durchlässig und öffnet das Gebäude symbolisch zur Öffentlichkeit.
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