Meilenstrasse Egg
2025
Pensionskasse Basel-Stadt
Egg, Schweiz
Wohnen
GSF: 3'790 qm
BGF: 4'582 qm
Eingeladener Wettbewerb, 2. Preis
Hosoya Schaefer Architects AG
Hosoya Schaefer Architects AG
Am Fusse des Pfannenstiels gelegen, mit weitem Blick ins Zürcher Oberland bis hin zur Alpenkette, profitiert die Gemeinde Egg von einer ausserordentlichen Lagegunst. Die unmittelbare Nähe zum Greifensee, zum Pfannenstil und zur Stadt Zürich macht den Ort besonders attraktiv für junge Familien und Menschen, die naturnahe Qualitäten mit städtischer Nähe verbinden möchten. Das Wettbewerbsgrundstück liegt zentral, in direkter Nachbarschaft zum Ortskern. Es ist eingebettet in einen heterogenen Kontext: ländliche Gebäudestrukturen, kleinere Einfamilienhäuser mit Vorgärten und schmalen Wegen treffen auf freistehende, suburban geprägte Mehrfamilienhäuser mit Abstandsgrün. Diese Vielfalt bildet den spezifischen Charakter des Ortsbilds – eine Mischung aus spezifischen Orten und diffusen Übergängen, aus verdichteten Bereichen und offenen Zwischenräumen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage: Wie gelingt es, einen zeitgemässen Siedlungsbaustein zu schaffen, der sich harmonisch in diese fragmentierte Umgebung einfügt und gleichzeitig zukunftsweisende Antworten auf die Herausforderungen von Nachhaltigkeit, sozialer Durchmischung und Lebensqualität gibt?
Das Projekt schlägt eine Bebauung aus zwei vielwinkligen Baukörpern vor, die sich leicht abstaffeln und der Topografie folgen. Die städtebauliche Reaktion auf die heterogene Umgebung aus Privatgärten, Zwischenräumen und Abstandsgrün erfolgt nicht durch harte Abgrenzung, sondern durch eine Setzung, die Übergänge stärkt und Räume formuliert. Zusammen mit der Parzelle der Gemeinde Egg, dem Gebäude der reformierten Kirchgemeinde und dessen Freiflächen entsteht ein Ensemble, das seiner prominenten Lage gerecht wird und der Gemeinde Egg ein hohes Mass an räumlicher Qualität und Durchgrünung zurückgibt. Es entsteht Dorf nicht Agglomeration.
Die Geometrie der Baukörper ermöglicht es, differenzierte Freiräume mit unterschiedlichen Öffentlichkeitsgraden zu schaffen. Zwischen den Volumen entstehen grosszügige Grünräume, die sowohl gemeinschaftliche Nutzungen als auch Rückzugsorte ermöglichen. Durch die Staffelung und Winkligkeit der Baukörper entstehen vielfältige Nischen und räumliche Situationen, ohne dass die Volumina je als Ganzes erscheinen – die Gliederung sorgt für Massstäblichkeit und Einfügung in die Umgebung. Eine differenzierte Bepflanzung sowie langgestreckte, in die Topografie eingebettete Sitzstufen schaffen eine fein abgestufte Zonierung der Freiräume. Sie klären auf subtile Weise die Übergänge zwischen der offenen Allmend, den halböffentlichen Bereichen im Inneren des Areals und den Vorzonen vor den Wohnungen. Diese sind aneigenbar, aber nicht vollständig privatisierbar. Es entsteht eine Freiraumstruktur, die den Bewohnerinnen und Bewohnern vielfältige Nutzungsmöglichkeiten eröffnet – ohne dass diese explizit zugewiesen oder räumlich abgegrenzt werden müssen. Der Freiraum bleibt gemeinschaftlich erlebbar und offen – gleichzeitig aber auch klar gegliedert und atmosphärisch lesbar. Es gibt keine Aussenräume ohne Nutzung und Identität.
–