Mehrfamilienhäuser Giblenstrasse
2025
Giblen Immobilien AG, Brickvalue AG
Höngg, Zurich
Wohnen
GSF: 1'980 sqm
BGF: 3'700 sqm
Studienauftrag im Konkurrenzverfahren
Hosoya Schaefer Architects AG
Arcanus Baumanagement AG
noa landschaftsarchitektur AG
Ferrari Gartmann AG
Amstein+ Walthert AG
Hosoya Schaefer Architects AG
Die 1979 von Harald Scheifele und Hans Waldmann für die Familie Maurer geplante Überbauung in Zürich-Höngg ist ein präzise gesetztes Ensemble aus vier identischen Baukörpern im Grünen. Der Projektvorschlag versteht sich als Weiterentwicklung dieses Gefüges: Verdichtung und Erneuerung erfolgen so, dass die Ensemblewirkung gestärkt und die Freiraumqualität bewahrt werden. Inspiriert von den Sommerhäusern auf Lindøya im Oslofjord – Punktbauten im Grün, visual verbunden durch klare Gestaltungsregeln – begreifen wir das Ensemble als kollektive Figur. Nicht das Einzelhaus, sondern ihr Zusammenspiel erzeugen eine gemeinsame Identität.
Der Bestand wird nach aussen erweitert und im Inneren, wo nötig, erneuert. Eine zusätzliche Raumschicht im Süden ergänzt die Wohnräume und generiert grosszügige Balkone. Erker nach Osten und Westen reorganisieren die Schlafzimmer. Eine Ergänzung nach Norden ermöglicht optional eine weitere Raumschicht.
Der neu organisierte Erschliessungskern ermöglicht effiziente Vierspänner. Im Erdgeschoss sind flexible Wohnformen wie Micro-Living vorgesehen, wobei im Dachgeschoss loftartige Wohnungen mit einmaliger Aussicht entstehen. Insgesamt entstehen 40 Wohnungen von unterschiedlicher Grösse, die robust, erweiterbar und somit zukunftsfähig sind.
Punktuelle Eingriffe stärken die grüne Mitte als Treffpunkt des Ensembles. Der Baumbestand bleibt erhalten und wird in die entsiegelte Platzfläche eingebettet. Topografie, Bepflanzung und Wegeführung zonieren klar zwischen öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereichen. Private Gärten bieten geschützte Rückzugsräume, während der mittige Hof als gemeinschaftliche Landschaft lesbar bleibt.
Die Erweiterungen werden in Holz und Recyclingbeton ausgeführt. Vorgefertigte Holzelemente minimieren die Eingriffe in den Bestand und ermöglichen einen ressourcenschonenden Bauablauf. Die bestehende Tragstruktur wird gezielt ergänzt und ertüchtigt; der bestehende Erschliessungskern übernimmt die horizontale Aussteifung.
Materialeffizienz, Re-Use und bauteilgetrennte Konstruktionen folgen dem Cradle-to-Cradle-Prinzip. Der hohe Vorfertigungsgrad reduziert Bauzeit und Emissionen. Die Eingriffe folgen einem zirkulären Ansatz, in dem die Bestandsgebäude als Rohstoff- und Wertstofflager funktionieren.
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