Kiezlandschaft Elisabeth-Aue
2025 -
Entwicklungsgesellschaft Elisabeth-Aue
Berlin
Büro, Gewerbe, Kultur, Öffentlicher Freiraum, Wohnen
GSF: 73 ha
Wettbewerb mit Präqualifikation, 1. Preis
Dialogverfahren
Hosoya Schaefer Architects
Agence Ter Landschaftsarchitekten
Berlin SenStadt 27.03.2026
rbb24 27.03.2026
Tageschau 27.03.2026
Pankower Allgemeine Zeitung 30.03.2026
Das Quartier Elisabeth-Aue gliedert sich in fünf Nachbarschaften, eingebettet in den Landschaftsraum der Aue, der als prägender Bezugspunkt fungiert. Die Landschaft durchzieht das Quartier, vernetzt die Teilbereiche und schafft vielfältige Übergänge sowie direkte Bezüge zum umgebenden Freiraum.
Die Nachbarschaften bieten ein identitätsstiftendes Wohnumfeld mit überschaubarem Maßstab und lebendigem Alltag. Im Zentrum jeder Nachbarschaft liegt ein gemeinschaftlich nutzbarer Anger als sozialer Treffpunkt, der städtische Dichte mit dem eher dörflichen Charakter der Umgebung verbindet. Großzügige, begrünte Höfe ergänzen dieses Freiraumsystem und greifen Qualitäten der umgebenden Landschaft auf. So entsteht ein eigenständiges Wohnumfeld am Stadtrand, das bewusst nicht als klassisch urbanes Quartier, sondern als qualitätsvoller „Stadtrand“ gedacht ist.
Die übergeordnete Struktur basiert auf der Vernetzung von Grün- und Freiräumen, der Anbindung an wichtige Alltagsorte sowie der Einbindung in die bestehenden Nachbarschaften. Ein Quartierszentrum mit klar gefassten Rändern und grüner Mitte bildet den räumlichen und funktionalen Schwerpunkt. Von hier aus spannt sich ein Netz blau-grüner Verbindungsachsen auf, die das Quartier durchziehen, in die Landschaft ausgreifen und Freiräume sowie Infrastrukturen miteinander verknüpfen. Städtebauliche Hochpunkte markieren die grüne Mitte rund um den Quartierspark und stärken die Orientierung. Angrenzend entwickeln sich differenzierte Platzräume, darunter ein Quartiersplatz mit Tramhaltestelle sowie eine Stadtterrasse im Westen.
Jede Nachbarschaft verfügt über einen zentralen grünen Anger mit Spielplatz, Grünflächen sowie Angebotsräumen für Gemeinschaft und Veranstaltungen. Die Gestaltung ist quartiersspezifisch und kann von den Bewohnenden mitgestaltet sowie durch die umgebende Landschaft geprägt werden.
Die Bebauung besteht aus großen, effizienten Blöcken, die klar gefasste Wohnbereiche definieren und sowohl räumliche Offenheit, als auch Privatheit ermöglichen. Durch die Orientierung der Wohnungen zu Höfen, Angern und Landschaftsfugen entstehen gute Belichtung, Ausblicke und eine hohe Wohnqualität. Klassische Straßenräume werden zugunsten durchgrünter Freiräume reduziert. Ergänzend wird eine Bauteilbibliothek („Helferchen“) vorgeschlagen, die eine flexible Erweiterung der Gebäude erlaubt und zur Differenzierung des architektonischen Ausdrucks beiträgt.
Die poröse Struktur und Ausrichtung der Baufelder fördern die natürliche Durchlüftung des Quartiers. Begrünte Höfe mit Retentionsflächen und Baumbestand verbessern das Mikroklima und sichern die Aufenthaltsqualität auch an heißen Tagen.
Der motorisierte Individualverkehr wird bewusst reduziert. Stattdessen stehen öffentlicher Verkehr und Fahrrad im Mittelpunkt, um ein ruhiges, sicheres und vielfältig nutzbares Freiraumsystem zu ermöglichen.
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