Kasernenquartier Aarau
2017 - 2022
Stadt Aarau und Kanton Aargau
Aarau, Schweiz
Wohnen, Büro, Militär, Kultur, Öffentliche Verwaltung, Hotel, Gewerbe, Dienstleistung, Gastro, Sport
47’000 qm
Städtebauliches Richtprojekt mit Präqualifikation
Hosoya Schaefer Architects
Fontana Landschaftsarchitektur GmbH
Kontextplan AG
Heute ist das Kasernenareal ein Ort, der für die Bewohner von Aarau schwer zugänglich ist und sich eher geschlossenen zeigt. Es existieren zahlreiche Zeitzeugen – wie die Infanteriekaserne, die Alte Reithalle, das letzte Überbleibsel der Stallungen, die alte Kavalleriekaserne, das Trompeterhaus, das Fleinergut und das General Herzoghaus – die an die Historie des Areals erinnern.
Das Kasernenquartier schreibt seine Geschichte fort und wird schrittweise geöffnet und ergänzt. Im Wandel der Zeit entsteht hier ein klimaresilientes, gemischt genutztes Stück Stadt im Zentrum Aaraus. Das einzigartige Quartier bekommt einen neuen Charakter und greift gleichzeitig auf seine Geschichte zurück: Es entwickelt die historischen, vom Militär geprägten Strukturen weiter, setzt seine Bestandsbauten in Szene und organisiert den Freiraum in Form eines Netzwerks von Wegen, Plätzen und Höfen neu, mit einer grossen Piazza als zentraler Freiraum. Die heute fast vollständig versiegelten Flächen werden zu einem Mosaik aus Erschliessungsbereichen und verschiedenen begrünten, unversiegelten Flächen mit möglichst hohem Baumanteil.
Das Areal soll eine neue eigenständige Identität entwickeln. Dabei soll es gleichzeitig auf seine historischen bestehenden Qualitäten zurückgreifen und sich in das umliegende Quartier einbetten. Als Ergebnis entsteht eine Kombination aus alt und neu, die dem Quartier einen besonderen Charme gibt. Das neue Stück Stadt bettet sich mit seinen Hofwelten in das umliegende Quartier ein. Bereits die Planung von dem Architekten Johann Daniel Osterrieth aus dem Jahr 1798 sah die Fortsetzung einer Blockstruktur an diesem Ort vor. Sie schliesst nahtlos an die umliegenden städtebaulichen Strukturen an und schafft durch seine Permeabilität ein feingliedriges Netz von Wegen und öffentlichen Höfen. Zahlreiche Wege queren das Quartier, sie schaffen neue Fuss- und Veloverbindungen und abwechslungsreiche Raumfolgen. Das ganze Quartier ist frei von privatem Autoverkehr und auf Fussgänger und Velo ausgelegt. Der Entwurf setzt das Prinzip der permeablen Hofbildung durch die Addition von kleinteiligen Bauten, einer öffentlichen Durchwegung und zahlreichen Einschnitten und Rücksprüngen fort. Auf diese Weise entstehen immer wieder kleine Platzsituation, Blickbeziehungen und Begegnungsorte.
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