Projekt:

mon.dragon

Jahr:

2015

Kunde:

Amt für Hochbauten, Stadt Zürich

Ort:

Zürich , Schweiz

Programm:

Wohnen, Gewerbe (Laden, Restaurant, Theatre, Cafe, Büro), Hotel, Gemeinshaft

Fläche:

BGF 17.710 qm

Architekt:

Hosoya Schaefer Architects AG, Zürich

Beauftragung:

Projektwettbewerb 2015

Landschaftsarchitekt:

Gersbach Landschaftsarchitektur, Zürich

Projektwettbewerb Neubau Wohn- und Gewerbeüberbauung „Zollstrasse“

Wie ein grosser Glücksdrache räkelt sich mon.dragon neben dem Fluss aus Stahl in der Sonne. Während er sich einmal streckt und reckt vergehen in seinen hundert Räumen Jahre. Kinder werden gross. Wohnungen werden bezogen, umgebaut, zusammengelegt und wieder verlassen. Feste werden gefeiert und Bäume gepflanzt. Von den Balkonen sieht man auf das Kommen und Gehen der Züge, von den Dächern auf eine sich wandelnde Stadt. Wie in einem Korallenriff wimmeln in seinem vielkammrigen Körper die bunten, flüchtigen Momente des Alltags (eifrig kommentiert von Max der Stubenfliege), die sich allmählich zur gelebten Atmosphäre des Ortes verdichten.

Der Kopfbau an der Langstrasse bildet den öffentlichen Auftakt. Restaurant, überhohes Theaterfoyer und Bar beleben den Strassenraum. Darüber lockt das Café mit Aussensitzplätzen und schafft so einen Blickbezug nach oben. Daran entlang führt ein Aufgang auf die Gleisterrasse. Im Kopfbau befindet sich das Eingangsatrium mit Welcome Desk und Briefkästen, von dem her das Betriebsbüro, die Kita und Büros erschlossen sind. Von den oberen Geschossen des Atriums sind Bürocluster, Flexräume, Wohnungen und die Hallenwohnungen zugänglich – ein lichterfüllter Raum voller Leben und Aktivität.

Die Gleisterrasse läuft vom Kopfbau dem Rumpf entlang und erschliesst das Café, den Waschsalon, die Dienstleistungsräume, Büros und am Ende den Kindergarten mit Spielplatz auf dem Schweif des Drachens. Treppen führen auf begrünte Terrassen zwischen den beiden Rumpfvolumen. Die erste grenzt an die grosse Gemeinschaftsküche mit  Essraum, die zweite an einen mehrstöckigen gemeinschaftlichen Wintergarten und einen Gemeinschaftsraum, von denen aus die oberen Stockwerke – vorne Geschosswohnungen, hinten Maisonetten – erreichbar sind. Alle Wohnungen sind direkt von der Strassenebene über vertikale Kerne mit Lift erreichbar. Auch der Rumpf wird von zwei grosszügigen Dachterrassen abgeschlossen.

Der Strasse entlang befinden sich die Läden und auf Höhe Ackerstrasse ein zweiter öffentlicher Aufgang. Die Garageneinfahrt, getrennt für Fahrräder und Autos, führt in eine grosse Halle mit freistehenden und abschliessbaren Fahrradstellplätzen, Parkplätzen, überhohen Technikräumen und Erschliessungskernen. Darunter liegt das Lagergeschoss – Raum für die Unwägbarkeiten experimentellen Wohnens.

Trotz seiner spezifischen Form ist das Gebäude rational strukturiert. Betonierte Kerne, einmal aufgelöst im Kopfbau, zweimal geschlossen im Rumpf, steifen einen Betonstützenbau mit kurzen, effizienten Spannweiten aus. Nasszellen und Steigzonen sind fix; alle anderen Wände – Wohnungstrennwände und Zimmerwände, können verändert werden. Dies erlaubt die grösstmögliche Flexibilität und Aneignung durch die Bewohner.

Auch die Balkone sind auf grösstmögliche Flexibilität und Interaktion ausgerichtet und folgen dem Gebäude auf seiner ganzen Südabwicklung. Auf eine Unterteilung in Einzelbalkone und Loggien, Orte der Vereinzelung städtischen Wohnens, wird verzichtet. Über und hinter dem Fahrleitungsabstand springen die Balkone vereinzelt vor und erlauben es grössere Bäume zu pflanzen. So wird das Gebäude innen und aussen über alle Ebenen vernetzt und begrünt. Eine städtische Restfläche wird zum mit Leben erfüllten Quartierbaustein.

Materialisierung

Ein flexibler Betonstützenbau mit nichttragenden Innenwänden wird von vorgefertigten, leichten Fassadenelementen umhüllt und verputzt. Der Sockel mit vorgeblendeten Fertigbetonpanelen gibt dem Strassenraum Wertigkeit und Robustheit. Die Balkone sind zur Lärmseite hin mit vorgefertigten Betonbrüstungen verkleidet und stehen auf Stahlstützen. Seitlich haben sie Stahlgeländer. Die Balkone sind mit Holzakustikdecken verkleidet und haben fakultativ einen Holzboden. Die Solarpanele sind auf dem Dach, aus städtebaulichen Gründen nicht an der Fassade. Die Bauteile des Gebäudes sind nach Lebenszyklen getrennt.

Flexibilität

Das Gebäude beruht auf einem klaren Raster von 3.2m Raumzellen. Dieses Atom der Wohnmoleküle kann vielfältig zusammengeschlossen oder zu grösseren Räumen vereint werden, so dass sich unterschiedlichste Wohnungsgrössen und –anordnungen bilden lassen. Die durchlaufenden Balkone unterstützen diese Flexibilität. Im Inneren und in den Ecken der unregelmässig geformten Gebäudegrundrisse ergeben sich spezielle Räume, Wohnzimmer für Clusterwohnungen, Joker- oder Gemeinschaftsräume. An diesen speziellen Orten sind die Ebenen vielfältig vernetzt.

Projekte

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